Stevia bei Diabetes: so süßen Sie richtig

Diabetes zählt akstevia_stop_diabetestuell zu den größten Gesundheitsprobleme auf der ganzen Welt mit schweren Folgen für Erkrankte und unser Gesundheitssystem. Allein in Deutschland leiden mehr als 7 Millionen Menschen an Diabetes mellitus, was auch als Zuckerkrankheit bezeichnet wird. Bei Diabetes Typ 2 wird bei erhöhtem Blutzucker kein Insulin mehr gebildet oder man ist insulin-resistent. Aufgrund dieser enormen gesellschaftlichen Bedeutung sind die Wirkungen von Stevia auf Diabetes am besten wissenschaftlich untersucht.

In einer Studie  mit dem Namen Antihyperglycemic effects of stevioside in type 2 diabetic subjects erhielten die Studienteilnehmer entweder eine Kapsel mit einem Gramm Steviosid oder Maisstärke zu jeder Mahlzeit hinzu. Das Ergebnis war erstauend: bei der Steviosid-Gruppe konnte der Blutzucker im Schnitt um 18% gesenkt werden. Eine weitere Studie mit dem Titel Effects of stevia, aspartame, and sucrose on food intake, satiety, and postprandial glucose and insulin levels, die Zucker, Stevia und Aspartam vergleicht, hat gezeigt, dass Stevia im Gegensatz zu Zucker und Aspartam nach einer Mahlzeit das Insulin- und Blutzuckerlevel senkt. In Tierstudien konnte belegt werden, dass Steviosid die Insulinproduktion wahrscheinlich erhöht und die Zellen dafür mehr sensibilisiert.
Das Fazit dieser Studien: Stevioside verbessern die Funktion von Insulin und senken damit die Blutzuckerspiegel, was nützlich für Leute mit Diabetes Typ 2 sein kann.

Nicht nur bei der Erkrankung von Diabetes bringt Stevia Vorteile. Zusätzlich bietet Stevia eine kalorienfreie Alternative zu Zucker und ist aus natürlichem Ursprung. Diese Kombination macht Stevia für gesundheitsbewußte Diabetespatienten besonders interessant.

Während des US-Wahlkampfs 2016 standen US-Pharmakonzerne in der Kritik, dass diese an Krankheiten wie Diabetes ihre Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit erzielen. Der Demokrat Bernie Senders griff per Twitter an und fragte nach: warum ein lebenswichtiges Medikament für Diabetiker in 20 Jahren 700% teurer geworden ist? Ein massiver Rückgang von Diabetes und deren Folgen würde die Medizinbranche Milliarden an Einnahmen wegbrechen lassen.

Was ist Stevia überhaupt?

Der Süßstoff Stevia ist seit Ende 2011 in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff mit der Bezeichnung „E960“ zugelassen. Typisch für Süßstoffe enthält auch Stevia keine Kalorien und keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Es wird aus den Blättern der Steviapflanze (Stevia rebaudianda, auch „Honigkraut“ oder „Süßkraut“ genannt) gewonnen, die in Südamerika heimisch ist. In Brasilien und Paraguay wird Stevia seit hunderten von Jahren von den Indianern zum Süßen von Tee verwendet. Im Stevia Blatt sind mehrere Stoffe für den süßen Geschmack verantwortlich, die unterschiedliche Süßkraft und Geschmack haben. Zu nennen sind unter den sogenannten zugelassenen Steviolglykosiden vor allem Steviosid und Rebaudiosid A. Rebaudiosid A zählt als der „beste“ Stevia Süßstoff, weil er von nahezu allen Menschen als bitterfrei und zuckerähnlich geschmeckt wird.

Stevia hat wie andere Süßstoffe praktisch keine Kalorien und Auswirkungen auf den Blutzucker. Deshalb ist es für Typ-2-Diabetiker und ernährungsbewusste Menschen eine sinnvolle und gesunde Alternative, um ohne Zucker zu süßen und Kalorien zu reduzieren. Häufig wird trotzdem von Kritikern behauptet, dass Stevia zur Gewichtszunahme führt. Diesem Vorurteil widerspricht das Deutsche Institut für Ernährungsforschung, denn dafür gibt es keine Hinweise.

Warum ist Stevia besser als Fructose und andere Süßstoffe

Ursprünglich hatte die Lebensmittelindustrie extra spezielle Produkte entwickelt, um Diabetikern zu helfen, ihre Blutzuckerwerte besser unter Kontrolle zu halten. Dazu wurde normaler Zucker in Produkten wie Schokolade, Konfitüre und Keksen durch Fruktose als Süßungsmittel eingesetzt. Dieser wird im Darm langsamer aufgenommen als die Glukose von Zucker und hat nur geringe Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel.

Jedoch ist nach heutigen wissenschafltichen Erkenntnissen Fruktose sogar schlechter als herkömmlicher Zucker für Diabetiker. Durch große Studien konnte ermittelt werden, dass sich Lebensmittel mit einem hohen Fruktoseanteil ungünstig auf den Fettstoffwechsel auswirken. Hinzu kommt, dass das Fett stärker in der Leber eingelagert wird. Eine sogenannte „Fettleber“ oder Insulinresistenz können die Folge sein.

Stevia Natural kann für Menschen mit Diabetes, aber auch für Gesunde eine Alternative zu Fruktose, Haushaltszucker und künstlichen Süßstoffen wie Aspartam oder Acesulfam sein. Obwohl andere Süßstoffe den Blutzuckerspiegel zwar auch nicht beeinflussen,wird der Süßstoff-Geschmack und chemische Ursprung meist kritisch gesehen und gilt für viele als unappetitlich.